Gemeinderat bestätigt dritte Bohrung
Die dritte Bohrung zur Erweiterung des Pullacher Geothermieprojekts ist jetzt definitiv beschlossen. Nachdem der Gemeinderat dem Projekt bereits am 9. Februar einstimmig zugestimmt hatte, erteilte das Gremium in seiner jüngsten Sitzung dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung der IEP nunmehr auch die formaljuristisch notwendige Weisung, das Vorhaben zu realisieren. Neben der dritten Bohrung beinhaltet die geplante Erweiterung auch den Ausbau des Fernwärmenetzes, die Anpassung der Heizzentrale und die Transferleitung zur neuen Bohrung.
Bereits vor dem neuerlichen Beschluss hatte der IEP-Aufsichtsrat die Wirtschaftlichkeit des Projekts durch den neuen kaufmännischen Geschäftsführer, Stefan Eisenmann, prüfen lassen und dem Vorhaben zugestimmt.
Erwerb des Bohrgeländes läuft
Ferner wurden Aufsichtsrat und Geschäftsführung durch den Gemeinderat angewiesen, den Kauf des Bohrplatzes im Perlacher Forst zu einem Preis von maximal 100 Euro pro Quadratmeter zu bewerkstelligen oder, falls der Grundeigentümer nicht zustimmt, ersatzweise einen (Erb-)Pachtvertrag mit Kaufoption abzuschließen. Benötigt werden für die Ausführung der dritten Bohrung maximal 3.500 Quadratmeter Grund.
Zum gesamten Thema „Erweiterung des Geothermieprojekts“ wird es nach der Sommerpause, voraussichtlich Anfang Oktober, eine Infoveranstaltung im Pullacher Bürgerhaus geben. Der genaue Termin wird rechtzeitig veröffentlicht.
Bürgerbeteiligung wird geprüft
Wie Bürgermeister Jürgen Westenthanner bekanntgab, werde auch die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung am Geothermieprojekt durch Zeichnung einer festverzinslichen Anleihe geprüft. Auch damit wurden IEP-Aufsichtsrat und -Geschäftsführung vom Gemeinderat formal beauftragt. Zu guter Letzt stimmte der Gemeinderat auch der Errichtung eines Baulagers auf dem Gelände bei der Energiezentrale an der Hans-Keis-Straße zu, das sich zum Teil auf Gemeindegrund befindet.
Mit den Beschlüssen sind nun auch formal die Voraussetzungen dafür geschaffen, das seit 2005 erfolgreich laufende Geothermieprojekt durch eine dritte Bohrung zu erweitern und damit noch mehr Bürgern den Zugang zur preiswerten und klimaschonenden Fernwärmeversorgung zu ermöglichen. Durch die dritte Bohrung wird die mögliche Anschlussleistung auf 34 Megawatt erhöht und damit der Anschluss von rund der Hälfte aller Pullacher Haushalte und Gewerbekunden an die Geothermie möglich.
Aus dem aktuellen IEP-Geschehen
Trotz aller Zukunftspläne geht auch das Tagesgeschäft ordnungsgemäß weiter. So meldet die IEP als jüngsten Akquisitionserfolg den Anschluss des Altenheims am Wiesenweg, womit neben den hohen Anschlussquoten bei den Privatkunden auch die Reihe der Großabnehmer weiter komplettiert wurde. Und um sich im neuen Management-Team für die anfallenden Arbeiten im Zusammenhang mit der dritten Bohrung noch besser zu rüsten, wurde Dr. Ralph Baasch, Pullacher Geothermie-Mann der ersten Stunde, für die IEP Prokura erteilt.
Autor: Dr. Norbert Baumgärtner
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