Vier Jahre klimafreundliche Wärme
Bohrbeginn im Dezember 2004 bei strengstem Winter - bereits ein Jahr später konnte die Wärmelieferung beginnen
Der 14. Dezember 2005 war ein großer Tag für Pullach: Nur gut ein Jahr nach dem Bohrbeginn am 5. Dezember 2004 erfolgte die erste Lieferung von Heizwärme aus Geothermie. In Rekordzeit und vielen Unkenrufen zum Trotz hatten Pullach und seine einhundertprozentige Tochtergesellschaft IEP das ehrgeizige Projekt, eine eigene, heimische Energiequelle zu erschließen, zum Erfolg geführt.
Vier Jahre sind seither vergangen und die Bilanz des Pullacher Geothermieprojekts kann sich durchaus sehen lassen. Die Verfügbarkeit der Geothermieanlage lag bei 99,8 Prozent, lediglich kurze Unterbrechungen durch planmäßige Wartungsarbeiten waren erforderlich, die aber für die Kunden nicht spürbar waren.
Wirtschaftlich auf Erfolgskurs
Nachdem anfangs der Kundenzuspruch verständlicherweise noch zögerlich war – schließlich bewegte man sich in geothermischen Pionierzeiten – wuchs die Nachfrage von Jahr zu Jahr, so dass mittlerweile eine Reihe von Straßen mit über 80 Prozent Anschlussgrad zu Buche steht. Rund 350 Wärmelieferverträge, größtenteils mit Privatkunden, hat die IEP bereits abgeschlossen, dahinter stehen ca. 1.100 Haushalte sowie nahezu alle in Frage kommenden Großabnehmer. Darüber hinaus bestehen noch rund 230 Optionsverträge, von denen ein guter Teil in den nächsten Jahren zu Vollverträgen werden dürfte.
Mit dem Netz auf Vormarsch
Das Fernwärmenetz, heuer bereits im vierten Jahr ausgebaut, hat mittlerweile bereits eine Länge von 25 Kilometern erreicht, wodurch große Teile der Gemeinde erschlossen werden konnten. Am 10. Dezember wurden die diesjährigen Ausbauarbeiten beendet, auch die Park- und Jaiserstraße sind nun wieder für den allgemeinen Verkehr verfügbar. Die IEP dankt allen Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis gegenüber den unumgänglichen Behinderungen im Straßenverkehr.
Im Dienst von Klima und Umwelt
Neben einer verbraucherfreundlichen und kostengünstigen Wärmeversorgung, die überdies die Wertschöpfung größtenteils in der Gemeinde hält, liefert das Geothermieprojekt einen erheblichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Dafür sprechen nicht nur der Titel „Klimaschutzprojekt 2009“ und der „Energiepreis des Landkreises München 2009“ sondern vor allem auch harte Fakten: Seit dem Betriebsbeginn im Dezember 2005 wurden 73.000 Megawattstunden Wärme verkauft, wodurch rund sieben Millionen Liter Heizöl nicht verbrannt werden mussten. Die Einsparung an Kohlendioxid (CO2) in diesem Zeitraum beträgt rund 23.000 Tonnen.
Autor: Dr. Norbert Baumgärtner
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