Hauptnavigation
Wie die Erdwärme zu den Pullachern kommt
Aktuelles



Übersicht

 

 



3. Bohrung in Pullach



Bohrplatz der TH3

Die Niederbringung der Bohrung „Pullach TH3“ begann am 19.01.2011. Die Bohrung sollte mit einem Bohrdurchmesser von 8.3/8“ (ca. 220 mm) das Thermalwasserreservoir erschließen. Die Erweiterungsbohrung TH3 ist im zukünftigen Triplettenbetrieb als Injektionsbohrung vorgesehen. Die beiden bestehenden Bohrungen werden dann jeweils als Förderbohrung genutzt.

Die Bohrung ist in der 1. Bohrsektion mit 23“ (ca. 584mm) senkrecht niedergebracht worden. Die Sektionen 2.-4. ( 16“, 12.1/4“, 8.3/8“) per Richtbohrsystem. Das heißt, das Rohr wird durch 3D Krümmung abgelenkt. Die Endteufe liegt bei 3.505m TVD (=Vertikale Tiefe) bzw. 3.984m MD (=gemessene Bohrlänge). Daraus resultiert eine horizontale Entfernung zwischen Bohransatzpunkt und Endteufe von 953m Richtung WNW.


Bohrturm bei Nacht

Als besonderer Erfolg kann die Bohrzeit mit 56 Bohrtagen gewertet werden. Bislang wurde im Münchner Umland bei vergleichbaren Tiefen doppelt so lang gebohrt.

Aus technischer Sicht war der Einsatz von Rotary Steerable Systems (=Automatisiertes Richtbohrverfahren) ein ausschlaggebender Punkt. Erst dadurch konnte die Bohrzeit verkürzt und die Kosten gesenkt werden.

Pullach ist ohne Zweifel ein Vorzeigeprojekt. Man wird sich jedoch nicht auf den Erfolgen ausruhen, denn das Potential zur Optimierung ist noch lange nicht erschöpft. 


Es steigt weißer Dampf auf: Wir haben heißes Wasser!


Projekthighlights auf einen Blick:

Endteufe:

3.984m MD
3.505m TVD
953m horizontale Abweichung

Bohrkostenunterschreitung:

14,3 % Ersparnis im Vergleich zur Prognose

Gesamtdauer:

77 Tage, davon 56 Bohrtage

Maximale Fördertemperatur:

111,4°C

Mögliche Förder- und Injektionsmenge:

> 110l/s



Für große Aufregung wärend der Arbeiten sorgten Überreste des 2. Weltkriegs.

Dank der Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte die Bombe sicher entschärft und entfernt werden.
 


Die mutigen Sprengmeister


Vollsperrung der B11


Nach all dem Trubel kehrt wieder Ruhe ein im Forstenrieder Park

Das Gebäude der TH3 im Ist-Zustand

Quelle Text: Erdwerk GmbH
Quelle Bilder: IEP
» zurück

 


10 Jahre Innovative Energie für Pullach

Die Innovative Energie für Pullach GmbH (IEP) wurde am 7. November zehn Jahre alt und gehört damit zu den ältesten Geothermiegesellschaften in Bayern. Gerade einmal fünf Erlaubnisfelder, sogenannte Claims, waren im Geburtsjahr der IEP rund um München vergeben, heute sind es rund 90 in ganz Bayern. Schon viele Jahre bevor der Begriff Energiewende in aller Munde sein sollte, wurde diese in Pullach bereits eingeleitet und hat sich zu einer anhaltenden Erfolgsgeschichte entwickelt.

Noch im Gründungsjahr 2002 erfolgt per Fragebogen eine erste Datenerhebung unter den Bürgern, um das Interesse an einem Fernwärmeanschluss zu ermitteln. Die ermutigenden Ergebnisse führen im August 2004 zum Beschluss des Gemeinderates, die Geothermie für die Pullacher Bürger in alleiniger Verantwortung zu erschließen. Schon im November 2004 wird der Bohrturm auf dem Gelände an der Hans-Keis-Straße aufgebaut und am 5. Dezember beginnen die Bohrarbeiten. In Rekordzeit werden die beiden Bohrungen niedergebracht, im Sommer 2005 folgt die Fertigstellung der Energiezentrale und bereits am 14. Dezember 2005, nur ein Jahr nach Bohrbeginn, können die ersten Kunden mit Wärme aus Geothermie versorgt werden. Weitere stolze Jahrestage stehen also kurz bevor.

Erfreulicher Kundenzuspruch

In rascher Folge wurden dann die meisten der in Frage kommenden Großabnehmer angeschlossen: Freizeitbad, Gymnasium, die Siedlungen der Wohnbaugesellschaft (560 Wohnungen), BND-Wohnungen, Rathaus, Grund- und Hauptschule, Freiwillige Feuerwehr, Evangelisches Studienseminar, Tagesheimschulen, Pfarrzentren Heilig Geist und Jakobus, die Burg Schwaneck und das Kloster Gabriel. Auch bei den Privatabnehmern stieg der Zuspruch zur Geothermie von Jahr zu Jahr. Rund 1.250 private und gewerbliche Abnehmer stehen zum Zeitpunkt des zehnten IEP-Geburtstages auf der Kundenliste.

Sowohl die technischen als auch die ökologischen Daten können sich sehen lassen. Das Fernwärmenetz hat eine Länge von 27 Kilometern erreicht, seit Betriebsbeginn wurden 168 Gigawattstunden geothermische Wärme erzeugt. Die installierte Anschlussleistung beträgt 22 Megawatt. Auch die Umwelt und das Klima in der Gemeinde wurden durch die Geothermie erheblich entlastet. Die von der IEP bisher gelieferte Wärmemenge entspricht 16,3 Millionen Litern Heizöl, die nicht verbrannt werden mussten, wodurch wiederum 54.000 Tonnen des Klimagases CO2 vermieden wurden. Auch wirtschaftlich liegt die Entwicklung der IEP absolut im Rahmen des Erwarteten.

Die Erfolgsstory geht weiter

Obwohl die IEP mit zehn Jahren Lebensalter zum Urgestein unter den Geothermiegesellschaften gehört, die Verantwortlichen denken nicht daran, es gemächlicher angehen zu lassen. Erst im vergangenen Jahr wurde – bundesweit erstmalig – ein bestehendes Geothermieprojekt um eine dritte Bohrung erweitert. Die überaus erfolgreiche, rund 3.500 Meter tiefe Bohrung im Forstenrieder Park, die im Frühjahr 2011 abgeschlossen wurde, hat die Kapazität des Projekts etwa verdoppelt. Damit wurde es möglich, über drei weitere Bauabschnitte hinweg noch wesentlich mehr Bürgerinnen und Bürgern an die Geothermie anzuschließen.

Damaliger Geschäftsführer Stefan Eisenmann: „Auch für die Zukunft haben wir bei der IEP ehrgeizige Pläne. Zwei Schwerpunkte sind der Ausbau der Fernwärme bis zur Vollversorgung von ganz Pullach sowie der weitere Ausbau des Dienstleistungsangebotes. Mit der Vollversorgung wollen wir voraussichtlich 2018 am Ziel sein. Durch neue Dienstleistungen sollen sowohl der Komfort als auch die Energieeffizienz beim Kunden weiter gesteigert werden.“

Spannende Momente versäumt?

Sie möchten mehr über die Entwicklung der Pullacher Geothermie erfahren? Eine DVD mit einer beeindruckenden 36minütigen Dokumentation des Projekts ist für Pullacher Bürger im Rathaus zum Sonderpreis von 9,90 Euro erhältlich. Weiteres lesen Sie hier.

Autor: Dr. Norbert Baumgärtner



» zurück



 News-Suche  |  News-Archiv

25.11.2017 Samstag
Vorbereitungen für seismische Messkampagne gestartet
Die IEP informiert Grundstückseigentümer und Anwohner über die bevorstehende Erkundung
... - weiterlesen

17.11.2017 Freitag
IEP und SWM wollen bei Geothermie kooperieren
Die Innovative Energie für Pullach (IEP) und die Stadtwerke München (SWM) haben einen "Letter Of Intent" zur Kooperation beim Austausch von Fernwärme und bei der weiteren Erschließung von Geothermie unterzeichnet.... - weiterlesen


02.10.2017 Montag
Neue Wärmepreise zum 1. Oktober
Die neuen Preise für die Geothermie-Fernwärme der IEP stehen fest... - weiterlesen


21.09.2017 Donnerstag
Neues Geothermie-Gebiet wird erkundet
Die IEP wird zusammen mit den Partnern Grünwald und München ein Geothermie-Gebiet südlich von Pullach seismisch untersuchen... - weiterlesen

20.09.2017 Mittwoch
Sixt setzt auf Geothermie aus Pullach
Die SIXT SE, einer der weltweit größten Autovermieter, ist neuer Großkunde der IEP... - weiterlesen


31.05.2017 Mittwoch
Feierstimmung bei der IEP
Eine positive Entwicklung bei der umfunktionierten Bohrung "Th 2" und neue Büroräume - Grund für ein Fest!... - weiterlesen

19.05.2017 Freitag
Pressemitteilung der Gemeinde Pullach zum Fliegerbombenfund
Bei Bauarbeiten der IEP wurde am 18.5.2017 gegen 8.50 Uhr eine amerikanische Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden... - weiterlesen


24.04.2017 Montag
Die IEP zieht um
Eine neue Büroadresse und erweiterte Servicezeiten hat die IEP ab dem 2. Mai... - weiterlesen

23.04.2017 Sonntag
Fachbesucher aus der Mongolei
Weitgereiste Besucher empfing die IEP Mitte April: Eine Delegation aus der Mongolei... - weiterlesen


26.03.2017 Sonntag
VHS besucht Pullacher Geothermie
Die Geothermieanlage der IEP ist ein beliebtes Ziel für Besuchergruppen aus aller Welt und natürlich auch aus der Region... - weiterlesen


Kontaktformular
» Der direkte Kontakt